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Zur Gewerkschaftsdebatte

06. September 2013
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Vor einigen Wochen hat die Schweizer Sektion der Internationalen Kommunistischen Strömung (IKS) auf unseren Text «Schranken proletarischer Emanzipation – zur Kritik der Gewerkschaften» aus Kosmoprolet 3 reagiert und eine Kritik (Teil 1 / Teil 2) daran verfasst. Die IKS erwartet von uns eine klare Verurteilung der Gewerkschaften anhand eines von ihnen definierten Klassencharakters. Um den Gewerkschaften aber einen eindeutigen Klassencharakter zuschreiben und sie ausschliesslich als Organe der Bourgeoisie fassen zu können, muss die IKS auf zwei Vorannahmen zurückgreifen, die folgenschwer sind und die sie auf eine hoch spekulative Ebene führen. Es geht dabei um die Fragen nach dem objektiven Bedürfnis und Wesen des Proletariats und um die Frage nach dem Aufstieg und endgültigen Niedergang der kapitalistischen Produktionsweise. Die beiden Grundannahmen, die die IKS trifft, sind konstitutive Teile ihrer Theoriebildung. Um die Kritik an unserer Analyse der Gewerkschaften plausibel beantworten zu können, müssen wir diese Vorannahmen diskutieren. Sie sollen im Folgenden in aller Kürze kritisiert werden, wenn sie auch – und das haben solche Konstruktionen an sich – nicht endgültig widerlegt werden können. Uns scheint es notwendig, von solchen metaphysischen Konstruktionen Abstand zu nehmen, um die Realität bürgerlicher Gesellschaft begrifflich fassen zu können.

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Die zwei Seiten der Sparpolitik

09. April 2012

Wie sollen wir die aktuelle Runde der Sparpolitik deuten? Sollen wir Keynesianern wie Paul Krugman glauben, wenn sie behaupten, dass die Kapitalisten mit der Forderung nach Einschnitten gegen ihre eigenen Interessen handeln? Sind die Staatsfinanzen wirklich unter Druck oder ist das alles nur ein Trick, um die letzten verbliebenen Errungenschaften aus den Arbeitskämpfen zu untergraben?

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Occupy USA – und die Militarisierung von Arbeitskämpfen

20. Januar 2012

Vor allem an der Westküste der USA, namentlich in Oakland, haben sich engere Verbindungen zwischen der Occupy-Wall-Street-Bewegung – heute weltweit als „Occupy“ bekannt – und Teilen der organisierten Arbeiterbewegung entwickelt. Insbesondere die Hafenarbeiter sind massiven Angriffen ausgesetzt, und umgekehrt ist die Blockade von Häfen, wie sie bereits mehrfach in Oakland erfolgte, für die Occupy-Bewegung ein wichtiges Mittel geworden, um wirksamen Druck auszuüben. In den nächsten Tagen werden sich diese Konflikte in der kleinen Hafenstadt Longview, etwa achtzig Kilometer nördlich von Portland, weiter zuspitzen. Von der Occupy-Bewegung in den ganzen USA wird dieser exemplarische Konflikt stark beachtet; selbst aus dem fast 5000 Kilometer entfernten New York wollen Aktivisten in Autokorsos nach Longview kommen. In seinem jüngsten Flugblatt ruft das Online-Magazin Insurgent Notes zur internationalen Solidarität auf und erläutert die Hintergründe.

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