Das endlose Ende der Demokratie

09. Mai 2013

Die Gruppe Eiszeit hat zum 1. Mai eine Flugschrift zu Krise und autoritären Tendenzen verfasst.

«The future is uncertain and the end is always near» (The Doors)

Es ist in der hiesigen Öffentlichkeit einigermassen ruhig geworden um die ökonomische Misere, die sich seit 2007 ausgehend von den USA in die Nationalökonomien der Metropolen frisst. Es warnt zwar die eine oder andere Expertin in den Wirtschaftsspalten vor der nächsten Blase und wenn gerade ein Inselstaat vor dem Staatsbankrott steht, schlagen Journalisten und Politikerinnen Alarm. Die Wirtschaftsweisen hantieren immer noch mit Metaphern aus der Intensivstation, aber der Patient scheint auf dem Weg der Besserung. Die Wirtschaftsdaten zeichnen allerdings ein anderes Bild: Stagnation auf tiefem Niveau und weiter rückläufige Zahlen; etwa bei den wichtigen PKW-Verkäufen oder der Industrieproduktion in den Staaten Europas. Nicht besser sieht es bei den Staatsschuldenquoten der europäischen Südperipherie aus.

Postskriptum zu »Arabischer Frühling im Herbst des Kapitals«

11. Dez 2012

Galten Araber unter westlichen Beobachtern lange Zeit als im Zaum zu haltende Halbwilde, machte sich spätestens nach dem Sturz Mubaraks gewaltige Euphorie breit: Der nach Freiheit und Demokratie strebende Student ersetzte das Bild des hasserfüllten Islamisten. Allerdings nur für kurze Zeit, denn inzwischen greift begründete Angst vor dem Chaos um sich.

Griechische Krankheit, deutsche Misere

01. Mai 2010

Der drohende Bankrott Griechenlands hat die Lohnabhängigen ins Zentrum des Geschehens gerückt. Er blamiert nicht nur die seit Monaten beschworene Stabilisierung der Weltwirtschaft als eine vorschnelle Diagnose, sondern führt vor allem in aller Drastik vor Augen, dass sie von der weiteren Opferbereitschaft der Ausgebeuteten abhängt und auf diese nicht überall gezählt werden kann. Das ist es, was den Fall Griechenland zum Menetekel macht und hierzulande eine aufgeregte Kampagne gegen die „Pleite-Griechen“ (Bild) auslöste, die „über ihre Verhältnisse gelebt“ und damit nicht nur den eigenen Staat, sondern auch den Euro in Gefahr gebracht hätten – und die sich zu allem Überfluss nun, in der Stunde der größten Not, nicht etwa willig in ihr Schicksal staatlich verordneter Verarmung fügen, sondern lieber auf die Barrikaden gehen. Denn beim großen Gerangel um die Zukunft des griechischen Staates, das unter den Staatslenkern und Wirtschaftsführern Europas ausgebrochen ist, steht eines nicht zur Debatte: die Notwendigkeit harter Einschnitte in die Existenzmittel der lohnabhängigen Bevölkerung, ein Programm, das der britische Economist kürzlich mit der Nüchternheit der aufgeklärten Bourgeoisie in vier Worte fasste: Now comes the pain.

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