Paul Mattick: Die Revolution als grosses Abenteuer

11. Nov 2013
Wo: 
Infoladen Kasama, Militärstrasse 87a, Zürich
Wann: 
Freitag, 13. Dezember 2013 - 19:30

Einführung, Lesung & Diskussion mit den Herausgebern Marc Geoffroy und Christoph Plutte

Paul Mattick (1904-1981) ist vielleicht der exemplarische Arbeiterrevolutionär und Intellektuelle: Seine furiose Abrechnung mit John Maynard Keynes, seine Kritik an Herbert Marcuse, die dieser übrigens als einzig taugliche Kritik von links akzeptierte, seine sprichwörtliche Marx-Orthodoxie, mit der er den tendenziellen Fall der Profitrate gegen allerlei »Modernisierer« verteidigte, machten den Deutsch-Amerikaner in den 60er und 70er Jahre zu einer Art kommunistischem Gewissen und Stichwortgeber der antiautoritären Revolte.

Fundiert war sein sympathisch halsstarriges radikales Denken in einer aufregenden Lebensgeschichte, von der man sich damals wie von einer Legende erzählte: Der Schulabbrecher und Autodiktat aus prekären proletarischen Verhältnissen war in der Weimarer Republik in der anti-parlamentarischen marxistischen KAPD organisiert, schlug sich als Schlosser, Tagelöhner und Wanderagitator durch, war durchdrungen von der revolutionären Stimmung jener Tage. 1926 wanderte er aus Abenteuerlust in die USA aus, re-organisierte in Chicago die Wobblies, engagierte sich in der Arbeitslosenbewegung der Grossen Depression, tauchte später in die New Yorker Boheme ein und verfocht in selbstverlegten Kleinstpublikationen einen antiautoritären Kommunismus.

Befreiung war gestern – Der Krieg gegen die Armen in Südafrika

30. Okt 2013
Wo: 
Infoladen Kasama, Militärstrasse 87a, Zürich
Wann: 
Freitag, 29. November 2013 - 19:30

Vortrag, Film (e/d) und Diskussion mit einer Genossin von Eiszeit

Zwanzig Jahre nach dem Ende der Apartheid vermarktet sich Südafrika als multikulturelle Regenbogennation. Der African National Congress (ANC), der zusammen mit dem Gewerkschaftsverband COSATU und der kommunistischen Partei regiert, zehrt nach wie vor von der Legitimität, die ihm aus seiner Rolle im Kampf gegen das Apartheidsregime erwachsen ist – auch wenn sich seit seinem Amtsantritt an den Lebensverhältnissen der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung nichts zum Besseren verändert hat. Doch dieses Image hat, spätestens seit dem Massaker in Marikana im August vergangenen Jahres bei dem die südafrikanische Polizei 34 wild streikende Minenarbeiter erschoss, Risse bekommen. Dass diese brutale Niederschlagung jeden Protests, der sich ausserhalb des erwünschten Rahmens von Parteien und Gewerkschaften artikuliert, keine Ausnahme war, wird auch deutlich, wenn man den Umgang des südafrikanischen Staates und seiner Repräsentanten mit sozialem Protest jenseits von Arbeitskämpfen betrachtet. Seit 2005 haben sich die Bewohner informeller Siedlungen, zunächst in Durban aber zunehmend auch in anderen Städten, als Bewegung unter dem Namen Abahlali baseMjondolo (isiZulu für “Menschen, die in Hütten wohnen”) organisiert. Sie kämpfen gegen Zwangsumsiedlungen, Räumungen und Polizeiübergriffe. Dabei operieren sie basisdemokratisch und lehnen es ab, ihre Interessen durch Parteien, Gewerkschaften oder NGOs vertreten zu lassen.

Zur Transformation des Privaten in Zeiten der Krise

02. Nov 2013
Wo: 
Infoladen Kasama, Militärstrasse 87a, Zürich
Wann: 
Freitag, 22. November 2013 - 19:30

Referat & Diskussion mit Andrea Trumann

Die Kleinfamilie galt für die bürgerliche Gesellschaft jahrhundertelang als schützenswertes Gut. Hier im Privaten sollte der Mann sich von der Arbeit, die der öffentlichen Sphäre zugerechnet wurde, erholen und die Kinder im harmonischen Familienverband aufwachsen. Zuständig für diese Aufgaben war die Frau, die idealerweise von der Berufsarbeit befreit und vom Mann abhängig war. Dieses Ideal mag immer noch präsent sein, hat aber in den letzten Jahrzehnten einigen Wandel erfahren. Aktuell wird das Modell der bürgerlichen Kleinfamilie in verschiedenen europäischen Staaten mehr und mehr durch den Gesetzgeber ausgehöhlt. Scheidungsgesetze, die den Unterhalt der Frau auf ein Minimum reduzieren, setzen eine staatliche Zwangsemanzipation der Frau in Gang, von der die Frauenbewegung kaum zu träumen wagte. Dies jedoch – zumal in Zeiten latenter oder manifester Wirtschaftskrisen – auf dem Rücken der Frauen, die dabei ihre Probleme oftmals, wie ehedem, nicht als politische, sondern als private erfahren.

Die Veranstaltung will darlegen, wie es sich mit dem Verhältnis von Privat und Öffentlich in der bürgerlichen Gesellschaft verhält. An aktuellen Beispielen aus Sozial- und Familienpolitik soll dargestellt werden, wie sich dieses Verhältnis verändert hat und was dies für Auswirkungen auf Frauen und Männer hat. Diskutiert werden soll auch, wie diese Veränderungen im Familienmodell im Rahmen des aktuellen Krisengeschehens zu verstehen sind.

Tagesseminar: Geschlechterverhältnis unterm Kapital

22. Aug 2013
Wo: 
Blauer Salon, Mehringhof, Gneisenaustraße 2a, Berlin
Wann: 
Samstag, 7. September 2013 - 11:00

Auf dem Seminar werden folgende Texte diskutiert:

Mariarosa Dalla Costa: Die Macht der Frauen und der Umsturz der Gesellschaft, 1972.

Silvia Federici: Die Reproduktion der Arbeitskraft im globalen Kapitalismus und die unvollendete feministische Revolution, 2013.

Andrea Truman: Die geschrumpfte Familie. Die Transformationen des Privaten in Zeiten von Elterngeld und Minijobs, 2013.

Autonome Gruppe 1. Mai: Hausarbeit und Kapitalismus, 1993.

Vorkenntnisse sind wie immer hilfreich, aber nicht erforderlich. Der Reader ist in den Buchläden oh21, Schwarze Risse und Zur schwankenden Weltkugel erhältlich und wird auf Wunsch in digitaler Version verschickt (Email an: freu.de.kla@gmx.de). Die Teilnahme ist kostenlos.

Vortrag zu den Protesten in Brasilien

25. Jul 2013
Wo: 
KTS, Basler Str. 103, Freiburg
Wann: 
Samstag, 3. August 2013 - 20:00

Seit einigen Wochen kommt es in auch Brasilien zu massiven Protesten. Ausgelöst durch Preissteigerungen im Öffentlichen Personennahverkehr und durch die protzige Baupolitik im Rahmen der kommenden Fußballweltmeisterschaft und Olympia demonstrieren Hunderttausende im ganzen Land. Zwei Aktivist_innen werden über die Proteste und die Rolle der anarchistischen Bewegung in diesen berichten.
Der Vortrag wir auf Portugiesisch gehalten und ins Deutsche übersetzt.

Frühsommerakademie im Herbst des Kapitals

23. Jun 2013
Wo: 
»Faites votre jeu!«, Klapperfeldstraße 5, Frankfurt [U+S Konstabler Wache]
Wann: 
Samstag, 29. Juni 2013 - 11:00

Zur Vertiefung der diskutierten Themen findet am Folgetag ein Tagesseminar mit den Freundinnen und Freunden der klassenlosen Gesellschaft (Berlin) statt. Besprochen werden Texte von Johannes Agnoli, Paul Mattick (Sr.), Paul Mattick (Jr.) und den Freundinnen. Vorkenntnisse sind wie immer hilfreich, aber nicht erforderlich. Der Reader wird nach Anmeldung in digitaler Version verschickt (Mail an krisenseminar@gmx.de).

Krise des Kapitals, Konfusion der Linken. Diskussionsveranstaltung mit den Freundinnen und Freunden der klassenlosen Gesellschaft (Berlin)

23. Jun 2013
Wo: 
»Faites votre jeu!«, Klapperfeldstraße 5, Frankfurt [U+S Konstabler Wache]
Wann: 
Freitag, 28. Juni 2013 - 19:30

Dass die gegenwärtige Krise eine des Neoliberalismus sei, dass es Alternativen zur brachialen Sparpolitik gebe und statt der breiten Bevölkerung doch einfach die »Profiteure der Krise« die Zeche zahlen könnten, ist heute eine offenbar lebensnotwendige Vorstellung der Linken – nicht nur ihres parlamentarischen Flügels, sondern auch vieler sich als radikal wähnender Fraktionen.

Projekt Kritik & Klassenkampf: Gender, Migration, Reproduktion - Trennlinien des Kapitals und ihre Aufhebung

18. Apr 2013
Wo: 
Region Bern
Wann: 
Freitag, 31. Mai 2013 - 20:00

Vor zwei Jahren, im Sommer 2011, haben wir mit dem Anliegen, auf eine gemeinsame Debatte mit praktischer Perspektive hinzuarbeiten, ein erstes Diskussionswochenende durchgeführt. Ein Jahr darauf, im Frühling 2012, folgte ein zweites Diskussionswochenende mit interessanten und lebendigen Diskussionen.
Wir möchten das Begonnene fortsetzen und laden euch dazu ein, Ende Mai / Anfang Juni 2013 am dritten Diskussionswochenende des Projekts Kritik & Klassenkampf teilzunehmen. Wir wollen mit allen interessierten Personen in Diskussion treten und Handlungsmöglichkeiten für den revolutionären Klassenkampf erarbeiten. Dieses Jahr soll es im Wesentlichen um Gender, Migration und Reproduktion, als auch um die Frage nach Möglichkeiten zur Aufhebung dieser Trennlinien des Kapitals gehen. Dabei werden wir diese Themenkomplexe nicht voneinander losgelöst diskutieren, sondern nach Momenten suchen, wo sie zusammenkommen. Anhand vorbereiteter Thesen wollen wir über diese Themen diskutieren.

Organisiert von Projekt Kritik und Klassenkampf

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